Vor kurzem hat Ingo Appelt von sich reden gemacht, als er anlässlich eines Schulfestes mit Kölner Schülern das dumm-dämliche Lied „Hauptschule ist cool, Abitur ist schwul“ absang.
Der Kölner Stadt-Anzeiger hat das Thema noch einmal aufgegriffen und bei Appelt nachgefragt, wie er nach der öffentlichen Kritik zu seinem Liedchen steht. Appelt meint:
Die Hauptschule „cool“ zu nennen sei genauso schwachsinnig wie das Abitur als „schwul“ zu bezeichnen.
Da genau diese Bezeichnungen aber von Appelt stammen, drängt es sich auf, die Eingangsfrage mit ‘ja’ zu beantworten.
Auch sonst lässt der Stadt-Anzeiger-Beitrag tief blicken in die gedankenleere Welt des Ingo Appelt, aber auch, ich lese es wenig erfreut, des Kabarettisten Jürgen Becker.
Man müsse die Sprache der Jugendlichen sprechen, wenn man an sie herankommen wolle, so Appelt. „Im Hauptschuljargon ist »schwul« ein gängiges Synonym für Weichei.“ Die Reaktionen seien „total übertrieben, aber auch unterhaltsam“. Von Diskriminierung zu sprechen sei „albern“. „Diskriminiert werden in dieser Gesellschaft Jugendliche mit Hauptschulabschluss.“
heißt nichts anderes, als Diskriminierung mit Diskriminierung bekämpfen zu wollen. Anders ist Appelt nicht zu verstehen und offenbar meint er, dass niemand so schwach ist, als dass er nicht noch einen (vermeintlich) Schwächeren findet.
Und Jürgen Becker lässt sich ein:
„Beim Schulfest hat sich niemand beschwert, auch meine schwulen Freunde nicht“.
Mich kotzt das mittlerweile ziemlich an. Jedes Mal, wenn sich einer dieser Dummschwätzer in die Enge getrieben fühlt, hat er plötzlich schwule Freunde, die selbst ausgeprägte Schwulenfeindlichkeit gut finden. Erst das deutsche Gesicht der Homophobie im Fußball, jetzt der Kölner Kabarettist Jürgen Becker, und morgen vielleicht der hier ortsansässige Erdbeerschorsch. Ich sehe den Tag schon kommen, an dem der Meisner, wenn er mal wieder so richtig mit Dreck geworfen hat, behauptet er sei bestens mit Volker Beck befreundet und der finde wahnsinnig gut, was er da mache.
Es ist wenig glaubwürdig, wenn homophobe Menschen zur Rechtfertigung ihrer Homophobie ausgerechnet auf die Unterstützung und Billigung durch schwule Freunde verweisen. Und die schwulen Freunde des Hauses Daum und des Hauses Becker, falls es sie wirklich gibt, sollten einmal sehr gründlich darüber nachdenken, mit wem sie da befreundet sind.
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