9 May 08

Nun ist es also soweit: Das Deutschland des 21. Jahrhunderts ist des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus überdrüssig geworden. Stattdessen wird nun der Nationalsozialisten gedacht. Die Täter von damals werden die Helden von heute.

Im Historischen Museum in Berlin wurde in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler die Gründungsfeier der “Hall of Fame des deutschen Sports” begangen. 40 Namen umfasst bis dato die Liste der größtenteils Verstorbenen, darunter mehrere Nationalsozialisten.

Warum werden Sportlern überhaupt Denkmäler gesetzt? Was haben sie Großes und Nutzbringendes geleistet? Womit haben sie die Menschheit weiter gebracht?

Hans Wilhelm Gäb, Aufsichtsratschef der Deutschen Sporthilfe, erklärt, warum der Nationalsozialismus zwar ein ärgerliches, jedoch nicht weiter beachtliches Kapitel der Deutschen (Sport)Geschichte ist.

“Die Geschichte der Nazidiktatur wird uns niemals los lassen”, sagt Aufsichtsratchef Gäb, “aber zwölf Jahre Drittes Reich dürfen nicht der Anlass sein, 100 Jahre deutscher Sportgeschichte im Dunkel versinken zu lassen.”

Viele Jahre wären denn ‘Anlass’, Herr Gäb? 20, 50, 100, oder gar 1000 Jahre?

Nun, so wie es Herr gäb sieht, brauchen wir noch viel mehr Denkmäler, denn all’ die NSDAP-Größen sind ja nicht als Nazis auf die Welt gekommen. Sie hatten ein Leben vor ihrer Nazikarriere und nicht wenige auch eines danach. Wenn die 12 Jahre nicht zählen, können wir ihnen doch auch ein Denkmal setzen. Oder gilt diese Art der Geschichtsverdrängung nur für Sportler?

Die Kurzbiografien der Nazis werden in der virtuellen Ruhmeshalle übrigens klinisch rein dargestellt. Glorifizierung über alles!

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