Wie erinnern uns: Joseph Ratzinger war auf großer Reise und suchte die Vereinigten Staaten von Amerika und seine dortigen Glaubensbrüder heim. Auf dem Weg dorthin sprach er Bemerkenswertes und verkündete, Pädophilie sei etwas anderes als Homosexualität. Fortan sprach er nur noch über pädophile Priester. Dass er nicht gesagt hat, was er von Homosexualität und homosexuellen Priester hält, fiel nicht weiter auf. Als das Kirchenoberhaupt auch noch auf seiner rasenden Fahrt durch die USA einer Gruppe “”schwuler Katholiken”" (die doppelten Anführungsstriche sind Absicht) zuwinkte, gab es kein Halten mehr. Die schwul-lesbischen Verbandsvertreter einiger schwul-lesbischer Verbände, die einige schwule und lesbische Menschen ‘vertreten’, waren außer sich vor Freude. Ich warte nur noch darauf, dass jemand fordert, dass Stonewall Inn sei umzubenennen. Neuer Name: Beim Ratzinger
Nun mag es tatsächlich sein, dass sich bei Herrn Ratzinger langsam die Erkenntnis einstellt, dass bei dem Vorgehen gegen pädophile Priester auch die falschen Menschen ins Zielfeuer geraten sind. Jedenfalls wird die aktuelle Äußerung Ratzingers wohl in rückwärtsgewandten Kirchenkreisen als zu progressiv empfunden. ‘Ist dieser Papst noch bei Trost?’, ‘wie kann er davon abrücken, dass die Schwulen an allem schuld sind’, wird da jetzt wohl gedacht. Und schnell musste eine neue Attacke gegen Schwule geritten werden. Doch wer sollte das tun? Man fand eine krause Existenz, ‘ANONYMUS’ genannt,
tendenziell bereit[...], überall hinzugehen, alles zu machen, unbegrenzt bereit [...]
die tapfer den Ruf von sich gibt:
Wir werden siegen!
Mit “wir” meint er die re-evangelisierungsbereite “leere” römisch-katholische Kirche.
Dieser ‘ANONYMUS’ ist eine gescheiterte Existenz. Gescheitert mit seinen innerkirchlichen Karriereplänen und an sich selbst. Schuld waren und sind immer die anderen, vornehmlich die Homosexuellen in der Kirche. Gescheitert ist er wohl auch an seiner sadomasochristlichen Gefühlswelt, die sich äußert in Forderungen an Ratzinger wie “nehmen Sie Ihren Hirtenstab als das, was er ist und sein soll: als harten Stock, als schmerzenden Knüttel [...]“.
Nun lässt sich dieser ‘ANONYMUS’ als willfähriges Racheinstrument benutzen.
Es brauchte noch einen geeigneten Ort, an dem dieser ‘ANONYMUS’ als Dreckschleuder eingesetzt werden konnte. Dieter Stolte, mit Volldampf in die falsche Richtung unterwegs, hatte kürzlich klargemacht, dass sich seine Welt hervorragend eignet für besondere Arten der Vergangenheitsbewältigung. Dort also schildert dieser ‘ANONYMUS’ dort seine Geschichte. Aus schwierigem Elternhaus stammend sei er während seiner Messdienerzeit vom damaligen Ortpriester missbraucht worden, sei später selbst Priester geworden, dann aus dem geistlichen Stand ausgeschieden und heute glücklicher Päderastenjäger (er braucht für die billige Erzählung übrigens acht Druckseiten).
Zunächst stellt er klar:
Mir geht es nicht darum, Schwulenhatz zu betreiben
Und es ist fast immer das gleiche Strickmuster. Fast jeder, der etwas gegen Schwule hat, stellt erst einmal klar, dass er selbstverständlich mit Homosexuellen befreundet ist, diese ganz toll findet und diese selbstverständlich in allem seiner Meinung seien, wie abstrus diese Meinung auch sein mag. So auch unser ‘ANONYMUS’. Doch dann legt er los:
Die Leute sind doch nicht blöd; sie wissen beispielsweise längst, dass ein überproportional hoher Anteil an Priestern Homosexuelle sind und der Kreuzgang einiger Priesterseminare eher einem Kontakthof als einem geweihten Ort ähnelt.
[...]
Wo immer der auffällige Überhang homosexueller Männer im Priesteramt herkommen mag – einige sprechen gar von 30 bis 50 Prozent, genaues weiß niemand – so ganz bestimmt nicht aus den unerforschlichen Ratschlüssen Gottes. Man müsste einen Namen für diejenigen finden, die keine Berufung haben, keine Liebe zu Gott und kein Interesse an der Kirche, die bloß Unterschlupf, Auskommen und bürgerliche Fassade im geistlichen Amt finden. Sollte man sie „Okkupanten“ nennen – diese fünfte Kolonne Gottes?
[...]
Denn es ist ja bekannt, dass es sich auch bei Homosexuellen herumgesprochen hat, welch ein Zugewinn an Sozialprestige und bürgerlichem Status mit dem Priesteramt verbunden ist. Werde Priester – und du hast ein sorgenfreies, angesehenes Leben! Du kannst Mann unter lauter Männern sein. Du sitzt am Joystick der Gemeinde. Du musst dir von keiner Frau etwas sagen lassen. Keiner fragt dich, warum du keine Frau hast und warum dich die Welt der Frauen nicht im Geringsten und ihre Meinung schon gar nicht interessiert.
[...]
Noch mal zur Erinnerung: “Mir geht es nicht darum, Schwulenhatz zu betreiben.”
Unter den 10 bis 20 Prozent Priesterdarstellern sind es nicht nur die parasitären Homosexuellen-Netzwerke, die den Stand untergraben und ihn zum Letzten machen. Es sind auch die schmierigen Gesellen, die ihre Finger nicht einmal in der Sakristei bei sich behalten können;
[...]
Aber aus dem Priesterkragen schaut kein frohes Gesicht, nicht selten schauen freilich Geilheit und Überdruss heraus. Ja, wo kommen sie her? Ich habe meine Meinung dazu: Es ist nicht nur in St. Pölten der Wahnsinn gewesen, der sich da fortpflanzte. Krumme Priestergestalten „machen“ krumme Priester. Immer und überall.
Besser können sich die römisch-katholische Kirche und ihre Anhänger, aber auch ‘welt online’, nicht diskreditieren.
Und: Ich sehe mich gezwungen, dieser wirren, pathologisch wirkenden Pauschalverurteilung katholischer Priester auch hinsichtlich der hier nicht zitierten weiteren erbärmlichen Ausführungen des ‘ANONYMUS’ entgegen zu treten. Ich habe durch meine Organistentätigkeit in den letzten 25 Jahren unzählige Geistliche kennengelernt. Dabei habe ich auch vielfältige Einblicke in das Leben katholischer Priester verschiedener Hierarchiestufen erhalten. Manche von ihnen sind homosexuell, gar schwul, andere nicht. Der ein und andere Hochwürden ist eher ein Merkwürden. Jedoch keiner, aber auch nicht einer ist dabei, der auch nur ansatzweise dem Bild entspricht, dass ‘ANONYMUS’ zeichnet.
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