Pressemitteilung des LSVD:
Wir haben heute das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium aufgefordert, dem jamaikanischen Staatsbürger Miguel Collins, geb. 17.04.1976 (Künstlername Sizzla Kalonji) ein (Schengen)Einreisevisum bzw. hilfsweise die Einreise zu verweigern. Darüber hinaus baten wir darum, auf die Partnerländer im Schengen-Raum dahin gehend einzuwirken, dass Sizzla Kalonji kein Schengenvisum erhält. Unsere Forderung haben wir mit einer umfangreichen Materialsammlung untermauert.
Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):
Sizzla Kalonji ist ein Hasssänger, der in mehreren Songs zum Mord an Schwulen aufruft. Geplant sind Auftritte in Dortmund (19.05.08), Stuttgart (22.05.08), und München (23.05.08). Wir haben die Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden in den drei Städten vergangene Woche eingeschaltet.
In mehreren Songs, z. B. “Pump up”, “Boom Boom”, “Get To Da Point” oder “Nah Apologize” ruft Sizzla offen dazu auf, schwule Männer zu erschießen und zu ermorden. (Siehe dazu auch http://www.soulrebels.org/dancehall/u_lyrics_nah4.htm sowie das britische Dancehall Dossier unter http://petertatchell.net/popmusic/Dancehall-Dossier-FINAL.pdf)
Alle diese Songs kommen in Jamaika immer wieder zur Aufführung, hierzulande sind sie über den Importhandel und auch Vertriebe wie Amazon oder Bol.de erhältlich.
In Jamaika hat Sizzla, laut glaubwürdigen Aussagen von örtlichen Menschenrechtsverteidigern, gegenüber den Medien immer geleugnet, jemals den sog. Reggae Compassionate Act (RCA) unterzeichnet zu haben, also jene Vereinbarung mit den Aktivisten der britischen Stop Murder Music Campaign, keine Gewaltaufrufe gegen Schwule auf die Bühne zu bringen. Die von ihm im April 2007 unterzeichnete Vereinbarung hat Sizzla seither wiederholt gebrochen.
Unsere Vorwürfe gegen Sizzla haben wir in einem Fact Sheet zusammengestellt, das über unsere Homepage aufzurufen ist. Siehe:
http://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Homosexualitaet/Sizzla_FactSheet.pdfWir sind und bleiben der Auffassung, dass Interpreten, die solch menschenverachtende, minderheitenfeindliche Inhalte in ihrem Repertoire führen, hierzulande kein Forum geboten werden darf. Es kann nicht angehen, dass auf hiesigen Bühnen solchen Sängern ein Forum geboten wird, die zu Mord und Totschlag an Minderheiten aufrufen. Auch kann es nicht angehen, dass denselben Leuten ein Forum geboten wird, die in Jamaika regelmäßig für eine unvorstellbare Schwulenhatz sorgen. Von Dancehall Bühnen herab hetzen Interpreten wie Sizzla Kalonji zur Gewalt gegen Schwule auf. Den daran sich anschließenden Gewaltexzessen fallen immer wieder (vermeintlich) schwule Männer zum Opfer.
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