Nun hat also eines der angekündigten berüchtigten Bounty Killer Konzerte stattgefunden. In München. Es ist schon bemerkenswert, dass weder die Konzertveranstalter noch die dortigen Behörden ernsthafte Bedenken hatten, jemandem, dem die Bundesregierung die Einreise nach Deutschland untersagt hatte, dieses Einreiseverbot jedoch weder rechtlich noch tatsächlich durchsetzen konnte, ein öffentliches Forum zu geben.
Das Einreiseverbot stammt aus dem Hause von Wolfgang Schäuble, unserem der CDU angehörenden Bundesinnenminster. Offenbar reflexartig sah sich die Rosa Liste München, vertreten durch ihre Spitzenkandidatin der letzten Kommunalwahl, Rita Braatz, genötigt, eine Gegenposition (nicht zum Bounty Killer, zu Schäuble!) einzunehmen.
Meinen Augen nicht trauend lese ich von einer Pressekonferenz, die unmittelbar vor dem Konzert stattfand, in der Rita Braatz dem Konzertveranstaler den Rücken stärkt:
Bounty Killer hat schriftlich versichert, seine schwulen -und lesbenfeindliche Texte nicht aufzuführen. Mit dem Kompromiss konnte ich leben
Ich, liebe Frau Braatz, kann mit diesem Kompromiss nicht leben. Ich kann nicht damit leben, dass kaum ein Monat vergeht, in denen nicht neue gewaltätige, nicht selten tödliche Übergriffe auf schwule Männer aus Jamaika gemeldet werden. Ich kann und will nicht damit Leben, dass ein Hasssänger auf deutschen Bühnen steht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein schwuler Mann, der in Jamaika nach einem Konzert eines dieser Hasssänger von der Meute gejagt wird, ihrem Kompromiss beitreten würde. Aber es geht ja auch nicht um Ihr Leben, Frau Braatz, Sie sind ja überhaupt nicht betroffen.
Glauben Sie ernsthaft, dieser Bounty Schwachkopf ändert seine Haltung nur wegen dieses fragwürdigen Kompromisses. Seine CDs voller schwulenfeindlicher Texte zieht er nicht aus dem Handel zurück. Und bei nächster Gelegenheit, wenn nicht ein Polizeiaufgebot bereitsteht, wird er wieder seine Hasstexte singen. Aber Sie können gut damit leben. Es betrifft Sie ja nicht. Wissen Sie überhaupt was in Jamaika vor sich geht? Ich helfe gerne beim Schließen ihrer offenkundigen Wissenlücken:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=lTe1JZu5hh4]
Liebe Frau Braatz, dadurch, dass Sie jemandem wie diesem Bounty Killer, dessen gesamtes sogenanntes künstlerisches Schaffen auf nichts anderem als Schwulenhass aufbaut, den Rücken freihalten, machen Sie sich mit einem geistigen Brandstifter gemein. Falls Sie es nicht wissen, dieser Bounty Killer singt/spricht nicht nur davon, dass er Schwule nicht besonders gut leiden kann. Nein, er ruft zum Mord auf. Indem Sie einem zutiefst homophoben Menschen den Weg auf eine Münchener Bühne geebnet haben, setzen Sie sich selbst dem Verdacht der Homophobie aus. Sie sind allen in den Rücken gefallen, die sich bemüht haben, diese Hassmusik und ihre Interpreten von Deutschland und dem benachbarten Europa fernzuhalten.
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