Unter dem Nazi-Regime wurden unzählige homosexuelle Menschen verfolgt, gefoltert und ermordert. In den ersten Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schicksal dieser Menschen verschwiegen und nicht zur Kenntnis genommen. In Deutschland ist das Nazi-Unrecht sogar noch lange Jahre weiterangewandt worden, um gegen Schwule vorzugehen. Erst langsam hat sich bei einem Teil der Bevölkerung die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch schwule Menschen gezielt Opfer der Nazis geworden sind. Und erst nach und nach wird auch dieser Opfer gedacht.
Das passt so manchem nicht in den Kram. Die Schwulen haben gefälligst die Bösen zu sein, die Täter, aber nicht die Opfer. Und wenn jetzt öffentlich auch der homosexuellen Opfer des Nazi-Regiems gedacht wird, kann das nur Folge einer Verschwörung sein. So sieht es jedenfalls der römisch-katholische Bischof von Motherwell (Schottland), The Rt Rev Joseph Devine:
“The homosexual lobby has been extremely effective in aligning itself with minority groups. It is ever present at the service each year for the Holocaust memorial to project an image of “people under persecution”.”
“We neglect the gay movement at our peril.
“I want to ask you if you are able to see the giant conspiracy that’s taking place before our eyes?”
“It’s a very small group of people, but very active and organised, and extremely indulgent. The opposition know exactly what they’re doing. We don’t.” (Quellen: eveningtimes.co.uk, telegraph.co.uk)
Seine Eminenz glaubt offenbar, dass Schwule von den Nazis gar nicht verfolgt wurden. Er nimmt an, das die schwulen Männer damals freiwillig in die Konzentrationslager marschiert sind, freiwillig sich haben foltern und für pseudomedizinische Experimente haben benutzen lassen, sich freiwillig haben ermorden lassen, nur um ihren ‘Nachfahren’ sechzig Jahre später die Möglichkeit zu geben, ein ”image of people under persecution” zu malen.
Zunächst mag man annehmen, dieser Bischof habe nicht mehr alle Tassen im Schrank, zumindest nicht mehr in der richtigen Reihenfolge, oder er sei bei seinem Vortrag in Glasgow, anläßlich dessen er sich dieserart ausließ, betrunken gewesen. Aber dieser Amoklauf erklärt sich anders. Die römisch-katholische Kirche, Heinrich Brüning beschreibt die Vorgänge minutiös in seinen Memoiren und seinen nachgelassenen Briefen, war eine wichtigsten Wegbereiterinnen des Nazi-Regims. Die Nähe der römisch-katholischen Kirche zum Faschismus (Deutschland, Italien, Spanien), damals wie heute, ist bekannt. Es liegt nahe, dass die römisch-katholische Amtskirche, nachdem sie die Massenvernichtung und -vertreibung jüdischer Menschen schwerlich leugnen kann, kaum zugibt, dass das von ihr so sehr geschätzte Nazi-Regime auch noch anderes Unrecht begangen hat. Und so versucht der Bischof von Motherwell der Welt zu verkaufen, dass das Bild vom verfolgten Schwulen der Nazizeit nur ein Hirngespinst der Schwulen der Jetztzeit ist.
Aber damit nicht genug. Er meint auch, Sir Ian McKelly gehöre eingekerkert:
He described the gay lobby as the opposition and noted that while the actor Sir Ian McKellen was given a New Year honour for services to homosexual rights, Oscar Wilde was locked up only a century ago for homosexual acts.
Und er verlangt, dass Eltern die eventuelle Homosexualität ihrer Kinder nicht tolerieren sollten:
On being asked how Catholic parents should “come to terms with a child’s mission to be come homosexual,” Bishop Devine replied: “I would try to handle it with a degree of compassion but I would not tolerate that kind of behaviour.
“I would not condemn, but I would not tolerate it.”
Wahrscheinlich hält er ‘probate’ Gegenmittel bereit.
Treu im Aberglauben, ewig in der Dummheit.
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Reaktionen auf die schottischen Diözesanbischofsworte:
What would Jesus say? Maybe not what this Scottish bishop said
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