9 Mar 08

Heute ist kein guter Tag zum Zeitung lesen. Irgendwie finde ich nur Sch…wieriges. Samesame.com.au hat angeblich die schwulsten Songs aller Zeiten ermittelt. Und zu allem Unglück hat Spiegel.online das Thema aufgriffen:

Böse Menschen haben keine Lieder. Wenn diese Volksweisheit stimmt, dann sind schwule Männer die besten Menschen der Welt. Die haben nämlich viele Lieder. Je kitschiger, gefühliger, herzschmerziger ein Schlager ist, desto größer ist seine Chance, ein Hit in der Schwulenszene zu werden. Wenn dann auch noch der “Interpret” anders ist, schräg, verrückt – und sei es nur in seinen Bühnenkostümen – ist der Erfolg garantiert.

“Ich glaube, die meisten Schwulen würden vor Freude durchdrehen, wenn die gesamte Liste auf einer Party ohne Unterbrechung gespielt würde.”

In Deutschland zum Beispiel würde wohl Marianne Rosenberg mit “Er gehört zu mir” einen Spitzenplatz in den Homo-Charts belegen.

Jan Feddersen, “taz”-Redakteur und ausgewiesener Schlagerexperte outet seinen Lieblingssong: “Meine liebste schwule Schnulze – obwohl als solche nie annonciert – war immer Frank Schöbels ‘Wie ein Stern’.”

Für Robert Niedermeier, Chefredakteur des schwulen Reisemagazins “SpartacusTraveler”, ist “Holding Out for a Hero” aus dem Jahr 1984 von Bonnie Tyler die Krönung homosexuellen Liedguts. “Dieser bombastische Kitsch, gepaart mit dem für Popmusik recht außergewöhnlichen Einsatz des Septakkordes ist grandios schwul. Und wer wartet nicht auf seinen Helden”, sagt Niedermeier und fügt hinzu: “Der Hang zum Dramatischen, die Überhebung des Kitsches und das Quantum Außergewöhnlichkeit machen diesen Song zu meiner ganz persönlichen Schwulenhymne. Und Bonnie singt so männlich-herb. Wunderbar.”

Homosexuelle Männer mögen das Positive, das Bunte, das Überdrehte. Feddersen sagt: “Abba waren heiter, trugen verrückte Kostüme und waren dem Leben zugewandt. Die Linke redet ja gerne von letztgültigen Werten und von der großen Chance des frühen Todes. Abba waren das genaue Gegenteil. Ey, Leute, es gibt ein Leben vor dem Tod, war die Botschaft.” Zudem stellt Feddersen klar, dass Schwule immer die ersten sind, die auf neue Musikrichtungen abfahren.

Und so weiter, und so weiter. Mir ist schon wieder ganz übel. Warum kann ich mit alledem nichts anfangen? Ist das das Bild der Schwulen? Bin ich so anders? Bin ich vielleicht gar nicht schwul? Bin ich schlimmstenfalls sogar normal?

Ich bin anders! Ich bin schwul! Ich habe meine eingnen Ansichten und ich brauche keine Listen, in denen steht, was mir zu gefallen hat und was nicht.

Und so wundert es mich nicht weiter, dass sich mein Lieblingssong nicht in der Liste findet:

Something’s gotten hold of my heart
Keeping my soul and my senses apart
Something’s gotten into my life
Cutting its way through my dreams like a knife
Turning me up, turning me down
Making me smile, making me frown

In a world that was war
I once lived in a time
That was peace
With no trouble at all
But then you came my way
And a feeling I know
Shook my heart
And made me want you to stay
All of my nights
And all of my days

I wanna tell you now
Something’s gotten hold of my hand
Dragging my soul to a beautiful land
Something’s invaded my night
Painting my sleep with a colour so bright
Changing the grey, changing the blue
Scarlet for me, scarlet for you

I’ve got to know if this is the real thing
I’ve got to know what’s making my heart sing, oh yeah
A smile and I am lost for a lifetime
Each minute spent with you is the right time
Every hour (yeah) every day (yeah)
You touch me and my mind goes astray
And baby yeah, and baby yeah

Something’s gotten hold of my hand
Dragging my soul to a beautiful land
Something’s gotten into my life
Cutting its way through my dreams like a knife
Turning me up, turning me down
Making me smile, making me frown

In a world that was war
I once lived in a time
That was peace
With no trouble at all

But then you, you, you
Came my way

And a feeling I know
Shook my heart
And made me want you to stay
All of my nights
And all of my days

Something’s gotten hold of my heart
Keeping my soul and my senses apart
Something’s invaded my night
Painting my sleep with a colour so bright
Changing the grey, changing the blue
Scarlet for me, scarlet for you

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