29 Feb 08

Nun war ich ein paar Tage unterwegs, fast internetfrei. Schön war das! Nichts schreiben und nichts lesen. Fast nichts. Zwischendurch habe ich doch geschwind zwei Posts in die Runde geworfen. Warum eigentlich? Nur weil ich kurzzeitig Zugang zum Internet hatte? Posten scheint fast schon eine zwanghafte Handlung geworden zu sein.

Jetzt bin ich wieder zu Hause, im realen Zuhause. Aber es gibt wohl auch ein virtuelles Zuhause. Jedenfalls fühle ich mich genötigt, ganz viel von anderen Geschriebenes aufzuarbeiten. Nicht nur die Posts der vergangenen Tage der von mir verlinkten Blogs, nein, auch noch die vielen anderen Blogs und Newsdienste im meinem Feedsreeder. Warum tue ich mir das an? Das Geschriebene wurde doch nicht extra für mich geschrieben. Ich kaufe doch auch nicht alle Zeitungen oder Bücher in einer Buchhandlung. Ob ich es nun lese oder nicht, ändert an dem Geschriebenen nichts. Ich kann meinen Senf per Kommentar dazu geben. Ich kann es aber auch lassen – die Welt hat gewiss nicht auf meine Ein- und Ansichten gewartet.

Was mache ich denn, wenn ich nicht nur eine Woche im Urlaub bin, sondern vielleicht einen Monat? Brauche ich dann anschließend zwei weitere Monate Urlaub, um ‘Alles’ aufzuarbeiten? Vielleicht hätte ich vor dem ersten Bloggen die Packungsbeilage lesen sollen, solche Nebenwirkungen waren mir nämlich nicht bekannt. Nur gut, dass auf meinem Blog nicht so viel kommentiert wird, da spare ich viel Zeit für Repliken. Überhaupt: Dieses kommentieren von Kommentaren: Die Netiquette verlangt es wohl. Aber, wenn ich mich so umschaue, nicht selten führt dieses hin- und her kommentieren doch nur dazu, dass aus einem kleinen Misthaufen ein großer Misthaufen wird.

Also warum mache ich das alles? Warum wühle ich mich jetzt durch den Berg von Posts, den Ihr, liebe Mitblogger, in den letzten Tagen aufgeschichtet habt? Es muss wohl eine Art von Bloggerkoller sein. Eine Art Sucht. Das Bedürfnis, nichts zu verpassen, dabei sein zu wollen.

Vielleicht, und das möchte ich viel eher annehmen, ist aber auch so, dass Ihr (bekannte und unbekannte Blogger) mir wichtig geworden seid. Ich habe Euch vermisst – ja, das Gefühl des Vermissens hat sich schon nach wenigen Tagen eingestellt – und ich möchte nun wissen, womit Ihr Euch in der letzten Woche beschäftigt habt, welche neue Blogtechnik Ihr gerade ausprobiert (auch wenn ich davon nichts verstehe), auf welchen Parties Ihr ward, wer oder was Euren Unmut erregt hat, worüber ihr Euch gefreut habt, was sich im heimatlichen Münsterland oder den fernen USA getan hat…

Related posts


Filed under: Medien

Trackback Uri



Leave a Comment



Subscribe without commenting