22 Feb 08

Wolfgang Clement, Hillary Clinton, Josef Ratzinger (unter seinem Aliasnamen), Dieter Bohlen, Maik Franz, George Busch, Angela Merkel, Barack Obama, Pierre Steinbrück, Fidel Castro – all diese Namen habe ich in der letzten Zeit fast täglich in der Zeitung gelesen. Diese Leute müssen sehr wichtig sein, denn meistens waren ihre Namen in den fett gedruckten Überschriften zu lesen oder Bilder von ihnen waren großformatig abgedruckt. Auch im Fernsehen sind diese Leute regelmäßig zu sehen. Gebe ich ihre Namen bei google ein, ist die Zahl der Suchergebnisses so groß, dass es nahezu unmöglich ist, alle Links anzuklicken. Meinen Freund habe ich noch nie im Fernsehen gesehen. Auch nicht auf den Titelseiten der Zeitungen und in den Schlagzeilen. Die Suchergebnisse bei google halten sich in einem leicht überschaubaren Rahmen. Er ist wohl ein unbedeutender Mensch.

Hat es irgendeine Bedeutung für mich, ob Clement aus der SPD ausgeschlossen wird? Muss es mich wirklich interessieren, wie Obama oder Clinton aus den einzelnen us-amerikanischen Vorwahlen hervorgehen? Wenn Bush plötzlich sein Amt nicht mehr wahrnehmen könnte oder dürfte, stünde der Ersatzmann bereit. Innerhalb weniger Minuten würde der dortige Vizepräsident als neuer Präsident vereidigt werden. Ob Merkel der großen Koalition vorsteht oder ob es Schröder machen würde – gäbe es einen wesentlichen Unterschied? Wenn Ratzinger aus dem Amt scheidet, wird innerhalb weniger Tage ein Nachfolger gewählt; wir haben bei seinem eigenen Amtsantritt gesehen, wie reibungslos so ein Wechsel funktioniert und wie austauschbar Funktionsträger sind. Ob Franz in Karlsruhe oder anderswo oder gar nicht Fußball spielt, ist vollkommen egal. Und wenn Bohlen und Raab nicht die Hofnarren geben, machen es andere. Steinbrück ist wie jedes andere Regierungsmitglied austauschbar. Wäre er nicht in der Bundesregierung, würde er nicht vermisst werden. Kuba wird auch ohne Castro weiter existieren. Bedeutende Menschen?

Meinen Freund würde ich unendlich vermissen, wenn er nicht da wäre. Für ihn gibt es keinen Ersatz. Dass, was er macht, kann kein anderer machen. Er ist nicht wählbar und auch nicht abwählbar. Ich kann ihn nicht ausschließen – nicht aus meinen Gedanken und nicht aus meinem Leben. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht und wird auch nicht benötigt. Mein Freund ist der bedeutendste Mensch, den ich kenne!

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