6 Feb 08

Ein 21-Jähriger aus Thüringen verschickte per Handy ein Foto an eine Frau. Das prekäre daran war, dass es ein Schnappschuss seiner Genitalien war und die Frau eine Fremde. Ihre Handynummer hatte er zufällig ausgewählt und ihr das Foto mitsamt der Aufforderung `Egal, wer du bist, aber hast du Lust auf bisschen Bildertausch´ gesendet. Die Empfängerin teilte die Vorliebe des Mannes offensichtlich nicht, sie erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft ermittelte den Mann, der der Frau die `Abbildung eines nackigen Penis mit Hodensack´, wie das Beweisstück in den Akten genannt wurde, gesendet hatte.

Nun, die Formulierung der Staatsanwaltschaft ‘nackigen Penis mit Hodensack’ deutet auf die üblichen Verklemmungen und Ausdrucksschwierigkeiten deutscher Behörden bei der Beschreibung nackter Tatsachen hin. Aber nicht an der Formulierung störe ich mich, sondern vielmehr daran, dass uns im Fernsehen, im Kino, im Internet, auf DVDs, in Konzerten und anderen Veranstaltungen gewaltverheerlichender, rechtsradikaler und sonstiger Dreck massenhaft zugemutet wird, ohne dass die zuständigen Behörden sich zu ernsthaftem Handeln genötigt sehen, aber ein kleines Bildchen der äußeren Geschlechtsmerkmale eine Mannes Staatsanwalt und Gericht in Wallung bringt. Anstatt der ‘Empfängerin’ zu erklären, wie Frau MMS löscht, verurteilte

Das Amtsgericht Sondershausen [...] den 21-Jährigen wegen Verbreitung pornografischer Schriften zu einer Geldstrafe in Höhe von 150,- €. Allerdings wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Lässt sich der Mann ein Jahr lang nichts anderes zuschulden kommen, wird ihm die Strafe erlassen. (Quelle: telespiegel.de)

Einen wesentlich ernsteren Hintergrund hat dieser Penisbild-Fall:

Ein Franzose hat sich ein ganz besonderes Bild auf seinen Penis tätowieren lassen, nämlich einen Strichcode, wie er von Milchtüten und Kondompackungen bekannt ist. Er vergewaltigte eine Frau.

Die Beamten hätten aufgrund einer von dem Opfer vorliegenden Beschreibung des Tatfahrzeugs etwa 30 Männer vorgeladen, teilten die Justizbehörden am Freitag im südfranzösischen Perpignan mit. Bei der Untersuchung der Vorgeladenen stellten sie bei einem etwa Fünfzigjährigen einen auf den Penis tätowierten Strichcode fest – genau wie sein mutmaßliches Opfer zu Protokoll gegeben hatte. (Quelle: focus)

Die Dummheit des Täters könnte die Bundesüberwacher auf den Plan rufen: Warum nicht allen Männern einen Streichcode auf den Schwanz tätowieren (bei Nutz-, Turnier- und Ausstellungstieren wird das ja auch gemacht; ok, nicht am Schwanz). Frauen und Männer werden an geeigneter Stelle mit Scannern ausgerüstet und die Daten werden direkt an eine noch zu schaffende Datenbank übermittelt. Dort werden alle Daten miteinander verknüpft und ausgewertet. So können dann vielleicht die bewegsten Fragen der Menschheit, nämlich wer wie oft und wie lange mit wem…, beantwortet werden. Und, vielleicht viel wichtiger: Wer mit wem NICHT! Das Ganze wird mit all den anderen Schäuble-Datenbanken verbunden und die Überwacher bekommen ganz andere Einblicke in unser Leben…

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