Die römisch-katholische Kirche nimmt für sich in Anspruch, die Verwendung von Karnevalskostümen zu reglementieren:
Narren sollen sich nicht als Nonnen verkleiden
Der Protest von Prälat Wilhelm Imkamp, Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, hatte Erfolg: Eine Supermarktkette stoppte den Verkauf von religiösen Faschingskostümen.
Seine religiösen Gefühle seien „schwerwiegend verletzt worden”, sagte Imkamp. In einem Werbeprospekt der Supermarktkette werden entsprechende Gewänder zum Verkauf angeboten. Der Wallfahrtsdirektor ortet hier eine „Verächtlichmachung” des katholischen Glaubens.
Merke 1.: Die Kirche erhebt einen Alleinanspruch auf bestimmte Maskeraden
Merke 2.: Die römisch-katholische Kirche macht tagtäglich anders denkende Menschen verächtlich, beleidigt, wie und wo sie nur kann. Sie nimmt für sich in Anspruch, das rücksichtslos zu dürfen, springt aber gleich im Dreieck, wenn ihr nicht mit dem anmaßend von ihr erwarteten Respekt begegnet wird.
Aber die Relementierungswut (= Schaffung von Glaubensgrundsätzen) ist ja allgemein bekannt und macht vor nichts halt:
Erdbeerschorsch reglementiert die Mess op Kölsch
Eine „Handreichung zu Brauchtums- und Mundartmessen“, die das Erzbistum Köln kürzlich veröffentlicht hat, sorgt für Diskussionsstoff an der Gemeindebasis. In dem Papier stellt das Bistum unter anderem klar, welche Texte in einer „Mess op Kölsch“, wie sie in zahlreichen katholischen Kirchen mehr oder weniger regelmäßig gefeiert wird, in der Mundart gelesen werden dürfen und welche nicht.
Ich empfehle den Karnevalisten die Kostümfrage genau so zu handhaben, wie klarsichtige Kölner mit der ‘Mess op Kölsch’-Angelegenheit umgehen:
[Ein Pfarrer] habe das „etwas kleinkarierte“ Liturgie-Papier „zur Kenntnis genommen und abgehakt“.
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