Kirchen reichen Verfassungsbeschwerde gegen verkaufsoffene Sonntage ein

Aus der sueddeutschen.de:

Kirchen klagen gegen verkaufsoffene Sonntage

Kann mir jemand einen sachlich-vernünftigen Grund, fernab der mit diesem Thema üblicherweise verbundenen Gefühlsduselei, nennen, warum es einer gesetzlichen Normierung der Ladenöffnungszeiten bedarf? Warum sollten Geschäfte nicht Sonntags geöffnet haben?

Wolfgang Huber, Berliner Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, sagte, es sei ein “besonderer Skandal”, die Adventssonntage zu verkaufsoffenen Tagen zu machen: “Wir sind drauf und dran, die gemeinsame Zeit für die Familie zu gefährden und wichtige Institutionen unserer Sozialkultur aufs Spiel zu setzen.”

Aha, also nicht einkaufen gehen, sondern gemeinsam vor der Flimmerkiste oder im Fußballstadion rumhängen. Der verkaufsgeschlosse Sonntag als wichtige Institution unserer Sozialkultur. Wer hat dem Herrn Huber das denn aufgeschrieben?

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky sagte, es diene der Gesellschaft im Ganzen, wenn die Kirche sich für den Sonntag einsetze.

Nun, dass Herr Sterzinsky nichts Inhaltliches beizutragen hat, war zu erwarten.

Der Vizepräsident des EKD-Kirchenamts, Burkhard Guntau, sagte, das hohe Verfassungsgut des Sonntagsschutzes diene der Religionsfreiheit und dem Schutz der Menschen, es dürfe nicht leichtfertig ökonomischen Belangen geopfert werden.

Sonntagsschutz als Verfassungsgut? Naja, die fahrlässige Verweisung des Grundgesetzes auf die Verfassung des Deutschen Reichs als hohes Verfassungsgut anzusehen, halte ich für sehr gewagt.  Und in all den Staaten, in denen es diesen “Sonntagsschutz” nicht gibt, herrscht keine Religionsfreiheit? London (zum Beispiel) als Stadt der Religionsunfreiheit? Wohl kaum!

Warum strengen sich die Herren Kirchenamtler nicht mal ein wenig an, um die Bevölkerung für ihre Sonntagsveranstaltungen zu interessieren?

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