1 Nov 07

Die BBC meldet:

An ex-magistrate who says he was forced to resign because he would not place children for adoption with gay couples has lost his appeal.

Andrew McClintock, der in Sheffield eine einem deutschen Standesbeamten vergleichbare Tätigkeit ausübte, passt es nicht, dass in England seit einiger Zeit gleichgeschlechtliche Partner Kinder adoptieren können. Er wollte gerne freudig weiter diskriminieren; aus Glaubensgründen versteht sich. Und er lamentiert:

Andrew McClintock, 63, of Sheffield, claimed he was discriminated against for his Christian beliefs.  An employment appeal tribunal heard Mr McClintock believed gay adoption was an “experiment in social science”.

Sein Arbeitgeber wollte sich aber nicht vom ihm auf der Nase herumtanzen lassen und meinte, das staatliche Recht könne nicht durch irgendwelche Glaubenswirrnisse ausser Kraft gesetzt werden. Insofern sind die Briten hell- und klarsichtiger als die Deutschen.

Mr McClintock stood down from dealing with family cases in Sheffield after he was refused permission to opt-out of cases which could result in a same-sex adoption.

Es ist immer dasselbe: Wenn es gegen Schwule und Lesben geht, sind viele sogenannte Christen sofort dabei. Aber wehe, wenn der Gesetzgeber mal etwas für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben tut. Dann fühlen sich diese Damen und Herren Christen gleich diskriminiert und machen großes Geschrei.

Erstaunlich ist die Argumentationsarmut. Denn es werden im Grund nur zwei Scheinargumente vorgebracht.

Das erste ist der Hinweis auf Glaubens- und Gewissensgründe. Ein absolut nicht nachprüfbares Argument. Jeder kann jederzeit für und gegen alles mit Glaubens- und Gewissensgründen argumentieren. Eine konkrete Erläuterung und Darlegung bleibt regelmäßig aus.

Das zweite

Andrew McClintock said he was concerned about children’s welfare

ist nichts anderes als ein Vorurteil. Und es wendet sich bei Licht betrachtet gegen diejenigen, die es Vorbringen. Würde McClintock nur ein wenig die Nachrichtenlage verfolgen und aus seiner glaubensumnebelten Scheinwelt heraus treten, würde ihm auffallen wie oft von Vergehen und Verbrechen gegen Kinder in christlichen Familien, begangen durch die Eltern berichtet wird. Wäre McClintock ein verständiger Menschen, würde er seine Kundschaft nicht nach deren sexueller Orientierung fragen, sondern sich für ganz andere Dinge, die ersthaft mit dem Kindeswohl zu tun haben, interessieren. 

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