30 Oct 07

Das Beck-Meisner-Thema erfreut sich ja in den Blogs aller Fachrichtungen großer Beliebtheit. Ich nutze die Gelegenheit, eine kleine Geschichte zu erzählen, die ich bei Konrad Beikircher aufgeschnappt habe. Darin spielt die Mitra, dass ist die Bischofsmütze, die, zusammen mit Bischofsstab und Dumbledore-Gewand, selbst Gnomen wie Meisner ein ehrgebietendes Antlitz verleiht, eine Rolle.

Es liegt es paar Jahre zurück. Meisner war damals schon genauso verschroben wie heute. Er zelebrierte ein Pontifikalamt im Kölner Dom. Es handelte sich um einen wichtigen kirchlichen Feiertag und ein Chor aus Bergheim durfte an der musikalischen Gestaltung mitwirken. Dieser Vorgang ist für den Kölner an sich schon etwas unerhört Bemerkenswertes. Bergheim! Nee, also die Bergheimer… Dass die Manta fahren, ist das eine, aber im Dom singen, nein, dass geht nicht. Die Kölner halten ihre Vororte Bonn, Bergheim und Düsseldorf gerne auf Distanz. Nun also die Bergheimer im Dom! Der ganze Feiertag war versaut. Doch, oh Wunder, den Kölner gefiel die Bergheimer’sche Gesangsdarbietung und ganz vorsichtig und zaghaft brandete Applaus auf. Meisner war entsetzt. Er stürmte sofort nach vorne zum Mikro und donnerte die versammelte Zuhörerschaft an: So etwas ginge nicht, man sei im Hause Gottes und habe sich gefälligst anständig zu verhalten, die Kirche sei kein Rummelplatz und er verbitte sich Derartiges. Konsterniertes Schweigen. Ein paar Sekunden lang absolute Stille im Dom. Dann aber, Meisner schritt gerade, mit Stolz über seine grandiose Standpauke erfüllt, am Altar vorbei: Donnernder Beifall was das Zeug hielt. Meisner erschreckte sich und zuckte derart zusammen, dass ihm sein Mützchen vom Kopf fiel. Es landete auf dem Altar und stieß dort noch herum stehende Meßutensilien um.

Es soll sich wirklich so zugetragen haben.

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