27 Oct 07

… ist ein alter, verbohrter, einsamer Prediger, der hasst.

Am 7. Oktober hat er mal wieder die Gelegenheit genutzt, seine Sicht der Dinge zu offenbaren. Vor vollem (Gottes-)Haus in Einsiedeln predigte er über die Fatima-Bewegung (in Zusammenhang mit dem portugisischen Ort Fatima dichtet sich die römisch-katholische Kirche Marienerscheinungen zusammen). Die Predigt, vom Erzbistum Köln veröffentlicht, ist es nicht wert gelesen zu werden. Sie enthält allerlei Frömmeleien, aber nichts Frommes. Eine Textpassage sei hier dennoch zitiert:

Das Sein in der Welt ist wahr, weil Gott die Wahrheit in Person ist. Der Mensch aber macht oft sein eigenes Dasein unwahr, wenn er das Schöpfungsgedächtnis verliert. Wenn er zum Beispiel meint, dass Mann und Frau nicht aufeinander bezogen sind, damit sie in der Ehe zur Familie werden. Alle so genannten alternativen Modelle des menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde. Maria ist dagegen wahr wie klares Quellwasser. Bei ihr gibt es keine faulen Kompromisse: ihr „Ja” ist ein „Ja” – „Mir geschehe, wie du es gesagt hast” (Lk 1,38). Und ihr „Nein” ist ein „Nein” – Das sagt und tut in ihrer Nachfolge die Kirche dann auch. Aber dafür erhält sie Widerspruch von der Welt, aber nicht von Gott.

Hier taucht ein bei gewissen römisch-katholischen Würdenträger immer wieder zu beobachtendes außerordentliches Interesse an menschlicher Sexualität auf. Gerade bei Meisner ist immer wieder bemerkenswert, dass er immer nur von der Sexualität zwischen den Menschen redet, aber nicht von der Liebe zwischen Menschen. Nun, von Liebe hat Meisner keine Ahnung. Aber was weiß er von Ehe und Familie? Welche eigenen Erfahrungen hat er? Keine! Er weiss nichts!

Der Bezug auf die historische Figur der Maria ist sehr fragwürdig, denn bis heute ist ungeklärt, wer eigentlich der Vater ihres erstgeborenen Kindes ist. Dass Meisner natürlich in der zitierten Textpassage zu gerne den Namen ‘Maria’ durch ‘Joachim’ ersetzen würde, darf ich ihm getrost unterstellen, sieht er sich doch auch als jemand, der Widerspruch von der Welt, aber nicht von Gott erhält. Nun, das Gott nicht mit Widerspruch auf die Meisner’schen Irrlehren reagiert, deutet darauf hin, dass es keinen Gott gibt.

Ich wundere mich, dass das Kirchenvolk in Einsiedeln und regelmäßig hier in Köln so geduldig und gleichmütig die Meisner’schen Tiraden erträgt. Offensichtlich ist die Angst vor den Kirchenoberen einfach zu groß. Oder glauben die Gläubigen nicht an Gott, sondern an Meisner?

Jürgen Becker hat vor ein paar Monaten die Predigten Meisner’s qualitativ bewertet, und Meisner, von Gott verlassen, bemühte die irdischen Gerichte, um Herrn Becker die Meinungsfreiheit, die Meisner permanent und penetrant für sich selber in Anspruch nimmt, zu verwehren.

Ein weitere Kölner (ein Immi), Volker Beck, hat sich nun dieser Bewertung von Jürgen Becker angeschlossen und den hochverehrten Erzbischof Joachim Kardinal Meisner einen Hassprediger genannt. Im Grunde ist gegen diese zusammenfassende, auf den Punkt gebrachte Würdigung des Meisner’schen Wirkens nichts zu sagen. Gleichwohl drängt sich, nach dem Roth-Mixa-Showdown,  die Vermutung auf, es ginge nicht nur um die allzu berechtigte Kritik an dem Kirchenfürsten, sondern auch um persönliche Eitelkeiten.

Das Erzbistum Köln hat sich beeilt, mit einer Art Gegendarstellung darzulegen, dass der Erdbeerschorsch nur aus edelsten Motiven heraus seine lebensverachtenden Sprüche loslässt:

Kardinal Meisner hat mit seiner Predigt im Wallfahrtsort Einsiedeln das getan, was seines Amtes als Bischof ist: die kirchliche Lehre zu verkündigen sowie den Wert und die Würde von Ehe und Familie zu verteidigen. Damit hat er niemandem das Existenzrecht abgesprochen. Er hat vielmehr die Bedeutung von Ehe und Familie für die menschliche Gesellschaft unterstrichen.

Wie kann eine Kirche, die ihre Würde schon längst verloren hat, wie kann ein Bischof, der nicht die kirchliche Lehre, sondern nur die Macht, die ihm diese Lehre gibt, im Blick hat, glauben, sie könnten die Würde anderer Menschen verteidigen? Jeder, der sich der römisch-katholischen Kirche zurechnet oder zugehörig fühlt, sollte sich ernsthaft fragen, ob er  jemanden wie Meisner für sich und seine Kirche sprechen lassen will.

Und was weiss ein einsamer, verhärmter Menschenfeind wie Meisner von menschlicher Gesellschaft? Nichts! Denn niemand begibt sich gerne in die Gesellschaft eines greisen Mannes, der immer nur darüber redet, wie er sich Sex vorstellt.

Abschließend noch der Hinweis, dass der Kölner Erzbischof seine üppige Besoldung nicht vom Kirchensteuerzahler, sondern aus dem Haushalt des Landes Nordrhein-Westfalen erhält, und, weil sich immer wieder die Frage aufdrängt, wie Meisner Metropolit der Kölner Kirchenprovinz werden konnte, hier ein Auszug aus Wikipedia (Hervorhebungen durch mich):

Gemäß dem Staatskirchenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Preußen aus dem Jahre 1929 hatte das Kapitel eine Zehnerliste der zu wählenden Kandidaten bei der Bischofskongregation in Rom einzureichen, um auf diese Weise die Mitsprache der römischen Kurie und des Papstes sicherzustellen. Gemäß den Bestimmungen des preußischen Konkordates ist das sechzehnköpfige Wahlgremium an den Dreiervorschlag (Terna) gebunden, den der Papst unter Würdigung der eingereichten Liste unterbreitet. Allerdings war eine Bindung des Papstes an die eingereichte Kandidatenliste im aktuellen lateinischen Kirchenrecht nicht mehr vorgesehen, während das Kölner Kapitel noch davon ausging, dass nur aus den zuvor von ihm benannten Kandidaten ausgewählt werden konnte. Auf dem Dreiervorschlag, der dem Domkapitel zur Bischofswahl zurückgesendet wurde, befand sich nun aber der Name Meisners, obwohl dieser nicht auf der vom Kapitel eingereichten Liste gestanden hatte. Dies musste von den Domkapitularen als Aufforderung Papst Johannes Pauls II. verstanden werden, Meisner zum neuen Erzbischof zu wählen. Das Domkapitel weigerte sich zunächst und bestand auf seinem angestammten Recht. Theologen aus ganz Deutschland und Politiker protestierten gegen das Vorgehen des Papstes und argumentierten, es entspreche nicht dem Konkordat (was nicht korrekt ist, da das Konkordat über das Zustandekommen des päpstlichen Dreiervorschlags nur aussagt, er müsse „unter Würdigung dieser Listen” unterbreitet werden[1]) bzw. die Kölner Sonderregelung sei als teilkirchliches Gewohnheitsrecht vorrangig anzuwenden (was kirchenrechtlich umstritten ist, da Gewohnheitsrecht je nachdem, wie lange es besteht und ob es als außergesetzlich (praeter legem) oder dem Gesetz zuwiderlaufend (contra legem) zu charakterisieren ist, unterschiedlich behandelt wird). Daneben wurde in katholischen Zirkeln Kölns kritisiert, Meisner passe nicht in das traditionell liberale Klima des so genannten „rheinischen Katholizismus” und habe eine der Kölner Ortskirche zu fremde Mentalität. Nachdem sich die Kurie in einem Reskript (verbindliche Rechtsauskunft) auf den Standpunkt gestellt hatte, der Papst könne den Bischofsstuhl gegebenenfalls auch gegen das Votum des Metropolitankapitels besetzen, akzeptierte das Kölner Domkapitel zuletzt aber mehrheitlich das Ansinnen des Papstes, Meisner zum Erzbischof zu wählen, musste dazu jedoch zunächst noch seine Wahlordnung ändern, um eine Wahl mit relativer Mehrheit zu ermöglichen. Mit sechs Ja-Stimmen bei zehn Enthaltungen wurde Meisner schließlich gewählt und am 20. Dezember 1988 vom Papst zum Erzbischof von Köln ernannt.

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