Es gibt einen ziemlich weit Rechtsaußen stehenden Blog eines ‚kewil’ (was auch immer das sein mag) mit der netten Bezeichnung „Fakten Fiktionen”. Fakten hat dieser Blog kaum zu bieten, Fiktionen, im Sinne von ‘Dünnschiss labern’ schon mehr. Am häufigsten finden sich aber Dummheiten aller Art. Hier ein Beispiel. Am 13. Oktober berichtete der Blogger:
Kein Anspruch auf Verheirateten-Zulage für schwule Beamte
Und offenbart damit sogleich, dass er nicht weiß, wovon er eigentlich spricht.
Dann zitiert er aus der Netzeitung eine Mitteilung über einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 20. September 2007. Das Verfassungsgericht hat mit diesem Beschluss rechtsirrtümlich entschieden, das Beamte, die in einer Lebenspartnerschaft im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes leben, keinen Anspruch auf einen Besoldungszuschlag im Sinne des § 39 Abs 1 des Bundesbesoldungsgesetzes haben. Verheiratete Beamte erhalten seinen solchen Zuschlag.
Der Blogger versucht sich dann als Demagoge:
Interessant an diesem Fall ist eine ähnliche Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg demnächst, wo die schwule Lobby natürlich auch schon längst Musterklagen aller Art eingereicht hat. Sollte dort anders entschieden werden, worauf einiges hindeutet, könnte man beobachten, ob und wie Europa-Organe das deutsche Bundesverfassungsgericht zu einem zweitrangigen Organ der Rechtsprechung degradieren!
Dummerweise weiß er nicht, dass das Verhältnis zwischen deutschen und europäischen Gerichten längst geklärt ist. Dazu braucht es keiner ‚schwulen Lobby’.
Dann reihen sich köstlich dumme und erschreckend dumme Kommentare aneinander. Hier ein paar Auszüge:
‚Fumiko’ meint:
In Europa wird alles “liberaler”, “freier”, “besser”. Irgendwann sind wir dann so frei, unsere Freiheit wieder abzulegen, dann, wenn eben alles zu frei wurde.
Die Erben unserer Freiheit stehen schon bereit.
Die Erben der Dummheit auch!
‚Onkel Peter’:
Eine richtige Entscheidung. Etwas anderes würde jedem Unfug (an den man bis zum Moment wenn er eintritt noch gar nicht denken kann) Tür und Tor öffnen.
Ja, ‚Onkel Peter’ tut sich mit dem Denken halt schwer und schreibt deshalb Unfug.
‚D.N. Reb’, in rechtslastigen Blogs ein gern genommener Kommentator, stellt seine scharfe Sicht der Dinge unter Beweis:
Sollen sie doch eine Verheiratetenzulage bekommen, wenn aus dieser Ehe ein Kind hervorgeht. Kein Problem.
Von welcher Ehe redet er?
‚Martin’ versucht, differenziert an die Sache heranzugehen:
richtig D.N. Reb, eigentlich sollte die Verheiratetenzulage ursprünglich nur Ehepartner alimentieren, die, als Kinder zu bekommen noch das Normale auf der Welt war, eben Nachwuchs in die Welt setzten. Selbstredend müsste einem heterosexuellen Ehepaar, die keine Kinder wollen, dieser Zuschlag aberkannt werden, was natürlich nicht durchsetzbar ist, weil man den Ehepartnern nicht ihre Gedanken lesen kann.
Wenn homosexuelle Partnerschaften Kinder adoptieren (selber in die Welt setzen ist ja schon biologisch nicht möglich), dann sollten ihnen auch die Verheiratetenzuschläge gelten, denke ich, gleich, ob das jetzt 2 Frauen oder 2 Männer sind.
Was mich btw. belustigt, ist, daß kewil anscheinend das Wort “Lobby” mag. Erst das Wort “Judenlobby” und jetzt “Schwulenlobby”. Wann kommt die “Putzfrauenlobby”, die “Zaungastlobby” usw.? Wär mal interessant
Und wann kommt die Dummenlobby? Dazu müsste ‚kewil’ sich gar nicht um andere kümmern, sondern könnte sich einfach mal selbst ergründen.
‚D.N. Reb’ fühlt sich gleich missverstanden:
@ Martin
Wieso adoptieren? Zeugen! Zeugen! Ansonsten sollen sie sich doch ein Haustier zulegen, wenn ihnen emotional irgendwie etwas fehlt.
Sehr fantasielos der Mann… (oder ist ‚D.N. Reb’ eine Frau?)
‚bieger’ sieht sich einem Paradoxon auf der Spur:
Ist schon irgendwie Paradox.
Als ich jung war, haben wir den Schwulenparagraphen noch gehabt ($175)..
Versteht ihr? Hier ein Gesetz. Gesetze werden von Menschen gemacht, und Menschen machen Fehler.
Dieses Gesetz, das Homosexualität unter Strafe stellt, wurde abgeschafft und kann in naher, oder ferner Zukunft weider geändert werden, und dieses Verhalten wird wieder unter Strafe gestellt.
Was ich damit sagen möchte:
Die schwulen haben weder die Religion hinter sich, noch die Evolution. Gerade in der Evolution geht es nur um die Erhaltung der eigenen Art. Können dies Homosexuelle?
Wenn Homosexualität sooo normal wäre, gäbe es denn dann noch solche Diskussionen…
Ich persönlich sage: Ich finde es nicht nur nicht normal, sondern geradezu widerwärtig. Und meine Gefühle, lasse ich mir vom Staat nicht vorschreiben.
Dass es Homosexualität gibt, und übrigens zu allen Zeiten gab, akzeptiere ich. Aber der Staat sollte es nicht auch noch unterstützen.
1. Selbst einfachstes Grundwissen ist bei ‚bieger’ nicht vorhanden. Wer hat ihm nur beigebracht, dass Homosexualität und Fortpflanzung sich ausschließen? Vielleicht sollte er einmal die richtigen Blogs lesen.
2. Leider wird Dummheit nicht bestraft (jedenfalls nicht auf gesetzlicher Basis), allerdings bestraft sie sich hin und wieder selber.
3. Leider ist Dummheit normal, deshalb diskutieren wir so selten über Dummheit.
Jetzt wieder ‚Onkel Peter’:
Es wird nicht etwa unterstützt, weil der Staat ach so tolerant wäre, sondern weil Homosexuelle keine Kinder bekommen. Das ist eines der Hauptziele der
Bundesrepublik überhaupt, aber nicht nur der allein. Dasselbe gilt in ganz Europa.
Daher sind homosexuelle Lebenspartnerschaften überaus gern gesehen.
Dumm wäre hier vielleicht noch zu milde. Vielleicht, er scheint ja schon recht alt zu sein, gab es zu seiner Zeit einfach noch keinen Biologieunterricht, in dem er Grundlegendes hätte lernen können.
Nach einem kurzen Techtelmechtel zwischen ‚bieger’ und ‚Onkel Peter’ über des Onkels sprachliche Ausdrucksfähigkeit erläutert ‚Onkel Peter’, was er eigentlich meint:
Na eben drum. Anderenfalls könnten sie durchaus eine normale Familie gründen und Kinder bekommen. Das kommt bei Homosexuellen nicht eben selten vor. So haben sie aber die Alternative eine sog. Homoehe einzugehen und das „Risiko” dass diese Menschen Kinder in die Welt setzen ist somit ausgeschaltet. Dass Schwule eine gemeinsame Wohnung hatten gab es seit eh und je und das ist mir persönlich auch völlig Wurst. Dass diese Gemeinschaft jetzt jedoch mit der normalen Familie gleichgestellt und nachgerade gefördert wird- wo doch jedem rational denkenden Menschen von vornherein klar sein müsste, dass die Gleichstellung mit einer normalen Ehe unweigerlich einen ungeheuren Rattenschwanz an rechtlichen Forderungen aller Art nach sich ziehen wird ( siehe Kewils Beitrag)- ist allerdings neu und nur so erklärbar, dass der Gesetzgeber entweder von Sinn und Zweck einer Familie noch nie etwas gehört hat, oder es liegt böse Absicht vor. Da ersteres schlechterdings nicht sein kann, gehe ich von der zweiten Möglichkeit aus.
Wurst ist es ihm aber gerade nicht, denn er hat Angst, dass ihn jemand dieselbe wegnimmt.
Dann kitzelt ‚bieger’ das Entscheidende aus dem ‚Onkel’ heraus:
Was ich sage ist, dass Familien aus denen Kinder hervorgehen normal sind.
Und damit ist ein ganz erheblicher Teil der heterosexuellen Partnerschaften unnormal. Meint ‚Onkel Peter’!
Nicht, dass mir jetzt irgendwelche Sympathien für diesen ‚bieger’ unterstellt werden, nur weil der das Onkelchen auf’s Kreuz gelegt hat. Denn ‚bieger’ fordert:
Ich gebe dir recht. Drum gehört es verboten, Kinder in Homo-Ehen aufzuziehen.
Tja, dieser ‚bieger’ würde mit schwulen Eltern heute vielleicht unverkrampfter leben. Und vielleicht würdest er dann auch durchschauen, wer mit wem Kinder bekommen kann, wer mit wem ein Paar bilden kann, und viele andere Fragen des Lebens würden sich ihm vielleicht auch erschließen.
Related posts
Filed under: Dummheit, Homophobie
Trackback Uri



Commentaries